Heiligabend

So sieht dieses Jahr Heiligabend bei uns aus. Geschenkpapierfetzen auf dem Fussboden und glückliche Kinder. Neue Hausschuhe und Socken für Papa, ein schönes Kleid und ein Dunkelkammertimer für Mama. Tolle Bastelarbeiten von Albert für Papa und Mama. Die Kinder schenken sich gegenseitig auch etwas (ich habe ihnen jeweils etwas zum Einpacken füreinander gegeben). Schmerzmittlel haben gut funktioniert (wie man sieht). Dank dem Fotostativ und Selbstauslöser ein paar Fotos von uns allen. Emma konnte gar nicht genug davon bekommen, den Auslöser zu drücken. Albert hat seinen Lego Starwars AT-AP an einem Abend ruckzuck aufgebaut. Emma machte sich auch begeistert an den Aufbau des Arendell-Schlosses (Frozen).

In Ungarn kommt nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind sondern Jezuska. Für Emma ist das dann schnell Jesus = Jezuska. So ähnlich als wenn man im Deutschen Christkind = Christus (also Baby Jesus) sagen würde. Sie freute sich über die Geschenke und sagte laut auf Deutsch: „Danke, Jesus!“. Und somit haben wir Weihnachten mit den zwei wesentlichen Worten zusammengefasst. Danke, Emma!

Vorbereitungen am 24.

Morgens um 9:00 ein Arzttermin für mich um stärkere Medikamente verschrieben zu bekommen. So segle ich leichter durch die Weihnachtstage. Zwar etwas benebelt aber mit weniger Schmerzen.

András bäckt, kocht, stellt den Weihnachtsbaum auf, räumt auf. Wirkt Wunder in der Koningin Elisabethlaan 27.

Die Kinder werden eingespannt für das Baumschmücken. Streit darüber, wer auf der Stehleiter stehen darf. Kinderzimmer soll aufgeräumt werden. Sie Sache zieht sich.

Emma zieht ihre Festtagskleidung an und gibt „Vorstellungen“ darin.

Albert möchte kein Niederländisch mit Emma sprechen. Er sagt. er hasst Niederländisch. Emma sagt, dass er dumm sei. Albert kommt zu mir um mir zu sagen, dass Emma sagt dass er dumm ist. Ich sage dass der dumm ist, der sagt, dass der andere dumm ist. Und Zuhause MUSS niemand Niederländisch sprechen, der nicht möchte.

Jetzt läuft der Countdown, bald ziehen die drei los zur Kirche. Ich nehme solange noch ein paar Schmerzmittel ein.

 

Apfelmaschine

András und Albert kamen heute mit einem verfrühten Weihnachtsgeschenk für mich nach Hause. Ein Apfelschäler. Merci. Aha. Wozu brauche ich den gleich noch?

Die Bilder zeigen, dass der Apfelschäler DRINGEND als erheiternde Maßnahme gebraucht wurde. Die Kinder konnten nicht abwarten an der Reihe zu sein. Ausserdem schält die Maschine nicht nur, sie macht auch Scheiben. Nun werde ich die Kinder jeden Morgen zum Apfelmaschinenbetreiben ermuntern um ihre Fruchtportion für die Schule vorzuberereiten ;-).

 

Study of a child

Seitdem ich mich voll und ganz beruflich der Fotografie gewidmet habe, behandele ich das Dokumentieren unseres Alltags stiefmütterlich. Zwar zücke ich immer noch hin und wieder die Kamera, aber wesentlich weniger. Warum? Weil es ein Heidenaufwand ist, die Fotos zu archivieren (das geht mittlerweile aber schneller) und sie zu bearbeiten. Leider bleibt für die Arbeit schon zu wenig Zeit und dann ist es mühsam, in die verbleibende Zeit auch noch Fotoarbeit zu legen. Aber was mir bzw. uns dadurch verlorengeht – vor allem für die Zukunft ist enorm. Für 2020 wünsche ich mir einen guten Mittelweg. Einerseits das bewusste Liegenlassen der Kamera um Momente „live“ zu geniessen – und dabei hilft die Arbeit – und andererseits die Kamera immer wieder zur Hand zu nehmen, auch dann, wenn scheinbar „nichts“ passiert.

Gerade lässt mich der Rückfall meiner Bandscheibe viel Zeit im Liegen verbringen und meine Breitengrade befinden sich eng um das Schlafzimmer herum. Heute habe ich die Kamera zur Hand genommen und Emma hat mich geduldig ihre Momente dokumentieren lassen, während wir zusammen gespielt haben. Die Fotos sind teilweise sehr dunkel. Aber ich muss zugeben, dass ich dunkle Fotos mag. Auch deswegen, weil das vorhandene Licht viel mehr zur Geltung kommt. Ich lasse sie nun so, wie sie sind.

Study of a child. Studie eines Kindes. Emma. In Momenten wie diesen möchte ich die Zeit gerne anhalten. Wie gut, dass die Kamera dabei ein wenig hilft.