Autor: Andrea
Die Leiden des jungen Milchbauern
Albert ist ein sehr braver Junge. Aber jede Anständigkeit verschwindet wenn es um Nahrungszufuhr geht. Seit 2-3 Wochen ist das Trinken an der Brust ein fast unmögliches Unterfangen geworden. Er schiebt sich vehement weg und protestiert lautstark. Deshalb habe ich eine Stillberatin aufgesucht, eine Stillpause gemacht und bin zum Dauermilchabpumper geworden. Wegen seines eigenartigen Verhaltens hat sich Albert die Bezeichnung Milchbauer eingehandelt. Er streikt allerdings aus unerfindlichen Gründen. Um Geld geht es ihm dabei wahrscheinlich eher nicht….
Unser kleiner Milchbauer ist daher zum Flaschenliebhaber geworden. Und ich lebe Seite an Seite mit einer Milchpumpe. Wenn die Produktion gut läuft, kann er zur Hälfte von den Pumpresultaten ernährt werden und der Rest kommt aus der Dose. Vielleicht überlegt er es sich ja noch anders und trinkt bald besser, der kleine Milchbauer? Dann wäre unser milchbäuerliches Leben angenehmer….
Das neue Auto
Albert hat ein neues Auto. Ohne Räder allerdings. Es ist ein Tragerucksack, in dem wir Albert die Welt zeigen können. Hier sieht man ihn bei seinem ersten Versuch mit Papa. Kurz darauf haben wir ihn zu den Feierlichkeiten zum 9. November in die Leipziger Innenstadt mitgenommen. Er hat sehr gewissenhaft darin geschlafen und später äußerst interessiert seine Umgebung beobachtet. Wir nehmen an, dass Albert mit seinem neuen Gefährt sehr zufrieden ist. Manchmal lassen die Pferdestärken allerdings noch etwas zu wünschen übrig. Nach 3 Stunden Tragen war mein Rücken gestern total am Ende…
Was Albert schon kann. Teil I.
aber doch nicht zeigen will: „Bäuerchen“ machen… Mit Sicherheit liegt dies an seiner ausgezeichneten Erziehung!
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Schön….!
Flüchtig aber beherzt, unvorhergesehen und wunderschön…ein Lächeln. Albert hat gestern zweimal gelächelt. Einmal in mein, das andere Mal in András‘ Gesicht – Gleichberechtigung muss schliesslich sein 🙂 !
Papa albert mit Albert rum
Morgenmutter
Es ist 9:53. Die Sonne scheint durch die milchigen Scheiben des Arbeitszimmerfensters. Draussen werden die bereits herbstlich anmutenden Bäume sacht im Morgenlüftchen hin und her gewogen. Drinnen reckt und streckt sich Albert in seiner Babyschale, von deren Henkel ein rot-weißer Tassenuntersetzer aus Filz baumelt. Was der dort macht? Habe ich vor 10 Minuten dort befestigt, weil ich meinte, ich könne damit meinen Sohn etwas beschäftigen. Er hat seinen Blick kurz darüber streifen lassen und dann Knatter- und Quietschgeräusche von sich gegeben. Ich sitze mit verfilzten Haaren (passend zum Untersetzer) und auch ansonsten im Badezimmerreifen Zustand neben ihm und frage mich, ob sein Zungenschlecken bedeutet, dass er noch etwas Trinken möchte oder ob er eigentlich nur an seinem Nuckel saugen will. Eine Antwort auf diese Frage habe ich bislang noch nicht gefunden. Allerdings bin ich leicht besorgt, dass er bei weiterer Nahrungszufuhr erneut seinen Mageninhalt aus dem falschen Ausgang und auf die frisch angezogene Kleidung befördert. Kunststücke dieser und anderer Art sind keine Seltenheit. Im Gegenteil. Erst vor einer halben Stunde hat er bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, einen guten Moment ohne Windel abzupassen um sich dann eifrig damit zu beschäftigen, seine Wickelunterlage zu begiessen. Könnte ja austrocknen, die Unterlage. Und solch eine Katastrophe ist er freilich bestrebt zu vermeiden!
Es ist 10:03. Es ruft mich die Milchpumpe. Und der Kühlschrank. Und das Badezimmer. Und die Waschmaschine. Albert allerdings ruft mich nicht. Er ist selig eingeschlafen. Der Nuckel noch zu einem Drittel in seinem Mund. Regungslos hängt der Elchuntersetzer vom Henkel der Babyschale herab. Als ob er ebenfalls eingeschlummert wäre.