….fertig, los!!
Wo genau sie die Butter gefunden hat, bleibt ein ungelöstes Rätsel..
Wir warten in Erwartung auf das, was da kommt. Dieses Warten schlägt sich in vielerlei Facetten nieder. Albert hat sich zum Auftackt eine besonders originelle Version ausgesucht: nächtliches Warten.
Dieses Jahr haben wir einen innerfamiliären Kalender, bei dem jeder von uns insgesamt sechsmal ein Tuetchen öffnen darf. Selbstverständlich durfte Albert heute als Erster dran sein. Die Bedingung fuer das Öffnen der Tuete nach dem Aufstehen war, dass er neben dem morgendlichen Toilettengang auch vollständig angezogen sein muss. Als ich in der Nacht ins Badezimmer schlurfte, nachdem mich Emma mit ihrem Superschnupfen bereits 45 Minuten unterhalten hatte, sah ich Licht in Albert´s Zimmer und ein leeres Bett. Zwecks recht grosszuegiger Verteilung von Decke und András auf dem Sofa im Wohnzimmer nahm ich also an, dass Albert zwischendurch in väterliche Breitengrade uebergewechselt war. Weitere 40 schlaflose Minuten danach wechselten wir (nicht die Bäume) sondern die Betten und András ging ins Schlafzimmer zu Emma. Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass dann nach ungefähr 10 Minuten Stille herrschte. Warum ich nicht schon frueher gekommen sei, wurde mir gesagt, quasi vor dem ultimativen Genervtsein nach 1.5 Stunden Wachsein. Naja. Weil ich ja dachte, Albert läge neben Papa und wuerde dann wach werden. Das konnte ich im knappen Wechsel des schlafbaren Untersatzes aber nicht mehr klar machen. Nun gut. Auf der wohnzimmerlichen Couch liegend, viel mir auf, dass Albert doch nicht dort war. Stattdessen hörte ich von Richtung Fenster gleichmässige Atemzuege. Da lag der junge Mann um 4:30 und schlief auf Sofa Nummer 2! Ich deckte ihn zu und wunderte mich, dass er eine Strickjacke anhatte. Wurde ihm das von Papa empfohlen? Aber welchen Sinn hätte das gemacht? Er hätte Albert doch sicher wieder ins Bett befördert!
Die Auflösung des mysteriösen Geschehens er“wartete“ uns am Morgen. Nicht, dass ich noch ueberhaupt geschlafen hätte in dieser Nacht. Nervösität macht Schlaf ab und zu ueberfluessig. Als ich Albert einen „Guten Morgen“ wuenschte, wartete er nicht lange und erklimmte schnell die Armstuetze der Sofas, stellte sich darauf und machte Anstalten, nach Tuete Nr 1 des Adventskalenders zu greifen. Dann sah ich es. Er war komplett angezogen. Hatte er doch mitten in der Nacht gedacht, er bereite sich mal schon auf das „Geschenk“ vor. Und „wartete“ somit, völlig unbemerkt von dem schlafenden Papa, auf dem Sofa vor dem Fenster. Gibt es grössere Hingabe? Ein innigeres Erwarten?
Das war der Auftakt. Unerwartetes Warten. Wollen wir doch mal sehen, wie das hier noch so weitergeht…
Albert diktiert zwei Gedichte und eine Geschichte zum ersten Advent:
Wir machen ein Licht an auf dem Weihnachtsmarkt. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es viele Weihnachtssachen. Aber am meisten freue ich mich auf den Weihnachtsmann.
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Wir machen eine Kerze an am ersten Advent. Dann ist es nicht es nicht mehr weit bis dem Weihnachtsfest. Und dann freue ich mich sehr fuer die Geschenke und fuer das schmeckende Essen.
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Heute ist der erste Advent. Ich hab gerne in den Schnee gespielt wenn ich klein war. Aber jetzt mag ich sehr sehr den Weihnachten. Dafuer, dass der Weihnachtsmann kommt. Und dafuer, dass so gute Essen gibt. Schnipp-schnapp-Schluss jetzt ist die Ende der Geschichte. Schluss!
Es ist 22 Uhr 36 und mir fallen die Augen zu. Im Gegensatz dazu, fallen mir keine Worte mehr ein und die Einleitung zu Studie Nummer 3 muss einfach morgen weitergeschrieben werden. Seit Langem schon ist mir bewusst, dass ich es in keinster Weise schaffe, irgendwie die Zeit und all die schnell vergehenen Tage der letzten Monate hier festzuhalten. Die Abende vergehen mit Kinder-ins-Bett bringen, Kueche aufräumen und vor allem Arbeit. Trotzdem, dass Emma ständige Aufmerksamkeit und Betreuung braucht, schaffen wir es irgendwie, dass ich mehr oder weniger voll arbeite und András knapp halb arbeitet. Das verlangt Effizienz wo es nur geht und momentan schleicht sich das Gefuehl ein, dass wir bald nicht mehr an Effizienz erhöhen können. Einfach weil wir zu muede werden. Dass nur als Anmerkung, sollten wir einmal denken, dass die suessen Tage mit zwei tollen Kindern zu schnell vergangen sind und wir sie nicht genossen haben. Das machen wir. Aber die Tage sollten auf jeden Fall 48 Stunden haben, dass wir allen gerecht werden. Nach den Kindern irgendwann auch noch einander und uns selbst. Aber auch da lernen wir, die Minuten zu geniessen, die es gibt. Wie zum Beispiel den langersehnten wöchentlichen Filmabend, den wir eigentlich am Wochenende gehabt haben sollten, wir dann aber spontan gestern nachgeholt haben, weil wir am Wochenende an András´termingerechter Fertigstellung von einem Manuskript gearbeitet haben. Er am eigentlichen Schreiben, ich an der Korrektur.
Heute habe ich -immerhin noch vor dem ersten Advent – die Adventssachen aus dem Keller geholt und die Kinder haben sich förmlich draufgestuertzt. Emma war am meisten verzaubert von einer Pappmaché-Kugel, die Albert in einem der letzten Jahre im Kindergarten gebastelt hat. Fand ich toll. Albert war begeistert von unseren beiden Nussknackern und Emma lachte sich förmlich kaputt, als er einen der Gesellen imaginäre Nuesse knacken liess mit Albert`scher Geräuschkulisse. Herrlich. Das war nachdem der Kuechenfussboden auf mysteriöse Weise nach dem Pfannkuchenbacken im Öl versank, Emma in den 60 windelfreien Sekunden (in dem ich das Wasser in die Badewann laufen liess) auf den Flurfussboden machte, beinahe von der Kuechenbank gefallen wäre, einmal aus dem elterlichen Bett gefallen war, einige Pfannkuchen zwecks Emma-technischen Interventionen bedenklich dunkel wurden und Albert wieder einmal zu kurz kam. Der Kuechenfussboden wurde mit Besen und Wischmob beehrt, während ich Emma auf ihrem Stuhl versauern liess und Albert bat, ihr zur Kompensation eine kleine Nussknackerliche Theaterauffuehrung zu bescheren. Danach war sowohl die Kueche als auch der Flur wieder zu begehen und die Abenteuer nahmen ihren Lauf. Als 20:09 die Wohnungstuer aufging und Papa von dem wissenschaftlichen Seminar zurueck war (zu dem er geeilt war, nachdem ich um 16:00 Uhr zuhause war und wir „Kinderuebergabe“ gemacht hatten), hatte ich den Eindruck, dass der Fruehling gekommen oder der Sommerurlaub angefangen hatte. Welche Erleichterung. Hatten wir jemals gedacht, wir wären mit Albert wohlbeschäftigt gewesen? Kinkerlitzchen. Das war bloss die Aufwärmphase.
Nun aber Schluss. Fotos. Schnell ein paar Fotos. Korrekturlesen gibt es nicht mehr. Man möge mir jeglichen Unsinn und die Rechtschreibfehler & Co nachsehen. Das geht sonst auf Kosten der Effizienz…
Es ist vollbracht. Magna cum laude fuer Papa. Zwei kranke Kinder fuer Mama. Und nun endlich Wochenende und alle sind da! Das wird gefeiert…mit anderen Worten die Eltern sind völlig erledigt und die Kinder zappeln in einer Tour. Trotzdem war´s (unter anderem) auch schön. An Kuchen hat es nicht gemangelt: Der Biskuitboden in der kleinen Backform (erstes Mal verwendet) wuchs wie der Teig Märchen von dem suessen Brei und hinterliess Massen an Schichten (siehe Foto). Und das Geschenk fuer Emma war elefantastisch. Trörö!!
PS: Die Galerie ist sehr gross – bitte unter der Galerie weiterblättern!