Schneide bitte die Mama ab

Albert ißt nicht gerne Brot mit Rinde. Daher möchte er diese immer gerne abgeschnitten haben. Heute morgen sagte er „Ich will keine Rinde! Rinde ab!“ Um ihn daran zu erinnern, wie man das freundlicher sagen kann, sagte ich ihm vor „Schneide bitte die Rinde ab, Mama!“ Daraufhin sagte er: „Schneide bitte Mama ab, die Rinde!“ Ich versinke in Lachen. Albert grinst. „Was war denn?“ fragt er. „Ach, du hast etwas sehr lustig gesagt, Albert!“ Albert guckt verständnisvoll und ist scheinbar keineswegs unzufrieden damit. Ich bin jetzt ein bisschen abgeschnitten. Was sich die Rinde heutzutage alles so rausnimmt…

Gabbelothek

Gestern waren wir in der Gabbelothek. Erst fährt man mit der U-Bahn einige Stationen, dann steigt man aus, klettert eine Treppe nach oben (oder bequemt sich in den Fahrstuhl) und kommt an eine Strasse. Dort wartet man, bis das Männchen in der Ampel gruen aussieht. Wenn es soweit ist, feuert Mama immer zum Rennen an. Damit wir ueber der Strasse sind bevor das Männchen sich wieder rot färbt. Dann geht es weiter. Durch ein ehemaliges Springbrunnenbecken mit Pfuetzen. Dort geht es dann darum, mit möglichst viel Platschen alles Wasser aus der Pfuetze rauszubekommen. Mama freut sich, dass es Regenhosen und -jacken gibt. Dann ist man bei der Gabbelothek. Dort gibt es viele Buecher. Gestern haben wir eins mitgenommen nach Hause. Wir haben es schon oft gelesen – es erzählt von Pinguinen. In der Gabbelothek gibt es auch einen Raum mit einem Bild an der Wand. Da ist ein Mann drauf mit einem Kopf ohne Augen. Mama sagt das ist ein Ritter mit Helm auf dem Kopf. Er kämpft mit einem Drachen. Der Drache ist gelb und ich mag ihn nicht. Ich habe Angst vor dem Drachen. Mama hat mir gesagt, ich soll dem Drachen sagen, dass sie mit ihm kämpft, falls er Ärger macht. Aber eigentlich macht das schon der Ritter. Da kann sich die Mama ausruhen.

Manchmal kann man in der Gabbelothek auch in einer Spielkueche spielen und in Malbuechern Bagger und Feuerwehrautos ausmalen. Das mag ich. Zuhause haben wir jetzt viele Buecher zum lesen. Sogar eines, was man anhören kann. Gehen wir bald wieder in die Gabbelothek?

Problem

Wir kommen vom Kindergarten nach Hause. Papa ist noch unterwegs. Albert realisiert, dass Papa nicht da ist und sagt, als wir vor unserer Wohnungstuer angekommen sind: „Ich habe ein Problem! Weil Papa nicht da ist!“

Da kann sich jemand sehr gut ausdruecken…

Etappe

Die letzten 2 Wochen haben wir Albert immer wieder sehr ermutigt, die Toilette auch fuer ausfuehrlichere Geschäfte zu benutzen. Leider ohne Erfolg. Wir haben sogar ein System eingefuehrt, bei dem er, je nach Art des Geschäftes, einen Aufkleber bekommt. So wird unsere Toilette nun von Giraffen, Elefanten, Schafen und allem möglichen Gruenzeug geschmueckt – und nach jeder erfolgreichen Kleinerledigung kommt ein Getier hinzu. Fuer die grösseren Etappen gibt es allerdings etwas besonderes: einen Aufkleber von Thomas (dem Zug) und seinen Freunden. Seitdem wir ihm diese Aufkleber gezeigt haben, hat er immer wieder erwähnt, unter welchen Umständen er einen bekommt. Aber da grössere Angelegenheiten nicht so leicht auf einem komischen Gefährt wie einer Toilette auszufuehren sind, hatte er bislang keinen Erfolg gehabt.

Heute allerdings kam völlig unerwartet der Durchbruch mit einem ersten Gelingen. Alle waren stolz. Albert durfte sich einen Aufkleber von Thomas und Co aussuchen und klebte Cranky, den Kran, stolz auf den WC-Deckel. Später sass er in der Badewanne und sagte „Ich freue mich! Ich habe einen Aufkleber von dem Kran bekommen!“

Mal sehen, wie schnell der Rest der Schienenfahrzeuge auch noch ihren Standpunkt auf das (manchmal) stille Örtchen verlegen!

Männer und andere Leute

Albert kommt ins Wohnzimmer, tippt auf sich selbst und sagt: „Albert ist ein Mann!“.

„Und was ist die Mama?“, frage ich interessiert. „Ein Leut!“, antwortet er mit wissender Miene.

Da haben wir es also. Unsere Familie besteht aus zwei Männern und einem Leut. Na gut.

Ich werde mal darüber nachdenken…