Gestern war ein Untag. Alles klappte irgendwie nur so recht und schlecht, Albert schlief kaum am Mittag und hatte nur mässige Laune. Am Abend waren bei mir die Nerven nur noch rudimentär vorhanden und ich fragte mich, wer um Himmels Willen jemals behaupten könnte, dass ein Hausfrau-Mutter-Dasein eine angenehme Sache sei. Alles, woran ich denken konnte war, dass dieser total anstrengendeund zähe Job in der Gesamtbevölkerung völlig unterbewertet sein muss.
Dennoch, ich habe die Kamera in die Hand genommen und ein paar Fotos gemacht. Von Albert mit seinem Morgen-Ei („Ei“ ist eines seiner Lieblingswörter). Und mit seinen (neuen) Sandalen, die er mir mit eindeutigem Geknurr und Gewinsele brachte um mir, just als ich gerade etwas zu Mittagessen wollte, zu sagen, dass er JETZT UND SOFORT bitteschön rausgehen möchte. Zum selben Zweck bringt er uebrigens regelmässig die Sandalen und klopt sich mit der Hand auf den Mund um Indianergeheule nachzumachen, weil auf seinen Schuhen ein Indianerkopf abgebildet ist.
Heute war uebrigens ein wesentlich schönerer Tag. Wir hatten einen Park ganz fuer uns weil es zeitweise regnete und die Italiener in diesem Fall plötzlich wie vom Erdboden verschlungen vom Spielplatz verschwunden sind. Albert hat sich grandios nass gemacht (hoch leben die Wechselklamotten) und legte, als wir gemeinsam auf einer Bank landeten, sogar seinen Kopf auf meinen Schoss – das war wunderbar!