Ich bin jetzt 5 Wochen alt, 3860 g schwer und 56, 6 cm lang!
Papa albert mit Albert rum
Morgenmutter
Es ist 9:53. Die Sonne scheint durch die milchigen Scheiben des Arbeitszimmerfensters. Draussen werden die bereits herbstlich anmutenden Bäume sacht im Morgenlüftchen hin und her gewogen. Drinnen reckt und streckt sich Albert in seiner Babyschale, von deren Henkel ein rot-weißer Tassenuntersetzer aus Filz baumelt. Was der dort macht? Habe ich vor 10 Minuten dort befestigt, weil ich meinte, ich könne damit meinen Sohn etwas beschäftigen. Er hat seinen Blick kurz darüber streifen lassen und dann Knatter- und Quietschgeräusche von sich gegeben. Ich sitze mit verfilzten Haaren (passend zum Untersetzer) und auch ansonsten im Badezimmerreifen Zustand neben ihm und frage mich, ob sein Zungenschlecken bedeutet, dass er noch etwas Trinken möchte oder ob er eigentlich nur an seinem Nuckel saugen will. Eine Antwort auf diese Frage habe ich bislang noch nicht gefunden. Allerdings bin ich leicht besorgt, dass er bei weiterer Nahrungszufuhr erneut seinen Mageninhalt aus dem falschen Ausgang und auf die frisch angezogene Kleidung befördert. Kunststücke dieser und anderer Art sind keine Seltenheit. Im Gegenteil. Erst vor einer halben Stunde hat er bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, einen guten Moment ohne Windel abzupassen um sich dann eifrig damit zu beschäftigen, seine Wickelunterlage zu begiessen. Könnte ja austrocknen, die Unterlage. Und solch eine Katastrophe ist er freilich bestrebt zu vermeiden!
Es ist 10:03. Es ruft mich die Milchpumpe. Und der Kühlschrank. Und das Badezimmer. Und die Waschmaschine. Albert allerdings ruft mich nicht. Er ist selig eingeschlafen. Der Nuckel noch zu einem Drittel in seinem Mund. Regungslos hängt der Elchuntersetzer vom Henkel der Babyschale herab. Als ob er ebenfalls eingeschlummert wäre.
Albert Interaktiv
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4 Wochen alt
Preisschild
Heute waren wir „shoppen“. Ich lag im Wagen und habe so getan als ob ich schlief. Im Supermarkt habe ich es dann leider nicht mehr ausgehalten mit dem Schauspielern und habe etwas geweint. Dann merkte natürlich jeder, dass ich wach war! Mist…! Naja, was ich eigetnlich sagen wollte: mein Papa schob meinen „Schlitten“ an einem anderen Kinderwagen vorbei. Dafür musste eine Frau aus dem Weg gehen. Sie guckte mich an und sagte: „Na, da ist ja noch das Preisschild dran!“ Habe meine Augen fest zugekniffen und so getan, als ob ich nichts gehört hätte. Habe mich aber gefragt, was sie wohl gemeint haben könnte…vor lauter Nachdenken bin ich eingeschlafen.
Bei Mama
Ich habe auch eine Mama. Bevor ich geboren wurde, war ich in ihrem Bauch. Wie in einem Schneckenhaus. Und niemand konnte mich sehen. Auch Mama nicht. Aber sie hat gespürt wie ich in ihrem Bauch Fußball gespielt habe. Getroffen habe ich immer. Nämlich ihre Bauchwand. Am liebsten wenn sie schlief oder gearbeitet hat. Hier siehst du sie, wie sie entspannt. Und wie sie ihre Masterarbeit schreibt. Mit mir im Bauch.
Jetzt bin ich schon 4 Wochen alt und habe schon sehr viel Erfahrung mit Mama. Am Anfang habe ich mich gewundert, wer da diese Frau ist, die mir etwas zu trinken gibt. Habe sie etwas skeptisch aus meinen Augenwinkeln betrachtet. Aber sie war ganz brav. In der Nacht, wenn sie mir etwas zu essen gibt, guckt sie mich an wie ein Maulwurf. Mit Schlitzaugen. Verstehe ich nicht…