„Valedi!“

Gerade brüte ich über der Korrektur von András seinem Thesenpapier was er bald an einen Professor in Deutschland in Vorbereitung ihres Treffens schicken möchte. Mir fallen vor lauter Märtyrern, Konzialisierungen und Häresien fast die Augen zu.

Doch da dringen bekannte Laute aus der Küche an mein Ohr. Was ich nicht sehen kann, fügt sich in meinen Gedanken zu einem durchaus amüsanten Schauspiel zusammen: Ein nackt im Kreis rennendes Kleinkind, dass, mit den Armen wie ein Huhn flatternd, lauthals schreit. Hinter ihm läuft ein leicht ermüdeter (wen wundert es nach einem fast vollständig durchgearbeiteten Sonntag!) männlicher Erwachsener, der das Szenario mit den Rufen „Baledi!“ bereichert. Albert fügt diesem ein sattes „Valedi!“ hinzu.

Sollte jemand diese allabendlichen Begebenheiten beobachten, unser Geisteszustand könnte durchaus kritisch beurteilt werden. In den meisten Fällen sieht man mich klatschend hinter Albert laufen, beinhahe anbetend kreisen wir um den Plastik(pipi)topf, der in der Mitte steht, fuer den Fall, dass jemand davon Gebrauch machen möchte (in den meisten Fällen Albert).

Gewöhnlich verringern sich unsere kognitiven Leistungen nach dem täglichen Abendessen rapide und werden unweigerlich auf dem Level von „Valedi!“ und „Gabbeledi!“ arretiert. Wen wundert es, dass mir da der Sinn nicht so recht nach Märtyrern und der Doktorarbeit meines Haustheologen steht…. ;-)!