What´s your name?

András und ich sprechen ab und zu Englisch, wenn wir vor Albert über ihn sprechen. Heute fand er das anscheinend besonders langweilig und stimmte darauf mit lautem Kauderwelsch ein.

„O“, wendete ich mich an ihn “ do you want to speak English with me?“ Grinsendes und nickendes Kind. Keine Ahnung ob er versteht, was ich sage. „What´s your name?“, frage ich ihn. „Albert!“, kommt prompt die Antwort.

Sprachlose Eltern, grinsendes Kind.

In Sachen Schiessen

Albert hält ein Stück Plätzchen in der Hand. Steht mir gegenüber, streckt seine Hand mit dem Kleingebäck schlagartig in meine Richtung und ruft „Peng, peng! Ich schiessen dich! Mit meiner kleinen Kanone!“

Ok. Da sind wir also. 3 Jahre, 4 Monate. Das nennt man Imitation oder Lernen durch Nachahmung. Der Kindergarten machts möglich! Schneller als gedacht…

Naja. Auf der anderen Seite singen wir auch schön fröhlich das Lied „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, mit dem Text „sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schiessgewehr“ und „mit seiner langen Flinte schießt dich auf den Schrot“. Vielleicht ist das eben einfach so. Bloss, das ich ja nie ein Junge gewesen bin und mich nicht daran erinnern kann, mit imaginären Kanonenkugeln umherzuschießen.

Ich gehe also vorerst mal in Deckung oder stehle die Kanone. Dann kommt es zum Nahkampf. Der meistens in einem schreienden Lachen von unserem Sohn endet.

Auf dem Weg nach Gotland

Heute sind wir nach Gotland aufgebrochen. Ein kleiner gemeinsamer Urlaub für ein verlängertes Wochenende. Zu verdanken einem überaus günstigen Angebot für Schiffstickets plus Übernachtungen auf der Insel. Nach einer ewig erscheinenden, mehr als einstündigen Zugfahrt im sogenannten ‚Pendeltåg“, der uns vom Hauptbahnhof bis nach Nynäsham brachte, erreichten wir die Fähre. Unkompliziertes Check-in. Bloß langsam. Papa gab den großen Rucksack auf. Albert rannte schon voraus, ich in etwa 50 m Abstand hinter ihm. Einige vorbeipilgernden Passagiere schauten den kleinen Bengel belustigt an. Albert kommentierte dieses Verhalten mit einem sehr vehementen : „Ich mag nicht Leute anschauen mich! Dann bin ich ungeduldig (=wütend)!“

Die Überfahrt verlief ruhig. Das Mittagessen auch. Für András, weil Albert relativ viel Zeit in der Spielecke und im Kinderkino verbrachte, für mich, weil ich am vorderen Innendeck für ca. 2 Stunden fast ununterbrochen schlief. Angeblich sind die beiden Herren zwischendurch leise an mir vorbeigeschlichen. Und haben eine in Papa´s Winterjacke vermummte Gestalt gefunden, mit Kapuze über dem Kopf. Der Schlaf hatte mich eingeholt – der heftige Husten der letzten Tag hat mich trotz zwei Tagen Bettruhe nicht verlassen.

Albert wird seinen Husten nach über 2 Wochen nun langsam los, nun habe ich ihn und es sieht aus, als ob András jetzt auch noch erwischt wird. Vielleicht spielen wir in den nächsten Tagen das Stück „Krank in Gotland“. Das heisst natürlich, 2 kranke Eltern und ein superfittes Kind.

Mal sehen, vielleicht wirkt die Seeluft ja Wunder. Etwas besser als gestern geht es mir schon. Wenn wir Glück haben, wird András erst richtig erwischt, wenn ich schon durch das Gröbste durch bin. Dann kann er schlafen, während ich mit dem kleinen Ritter an der mittelalterlichen Burgmauer  entlangspaliere und nach eventuellen Drachen Ausschau halte…

 

 

 

Schimpfgerät

Albert und ich haben eine Auseinandersetzung in der Küche. Daraufhin Albert „Ich will kein Schimpfgerät!“ Ich frage ihn verwundert nach der Bedeutung dieses außergewöhnlichen Gegenstandes. „Wenn du so viel schimpfst!“, antwortet er mir. Und fügt noch hinzu: „Dann will ich immer zu Papa!“

Aha. Ich bin also manchmal auf dem falschen Modus für meinen Sohn. Er leider auch öfter in letzter Zeit. Dann ist er ein Trotz- und Schreigerät. Manchmal auch ein Vorschlaghammer, den die Mama im Falle eines Wutausbruches in Form von trommelnden Fäusten zu spüren bekommt. Man muss sich auf keinen Fall Sorgen machen, dass die Trotzphase ausfällt. Bloß durchatmen und Schlagen als nicht gängiges Verteidungsmittel deklarieren…

Schade bloß, dass Geduld nicht auf Bäumen wächst, die einem wie reife Äpfel im Frühherbst vor lauter Überfluss in die Hände fallen und die man kaum unterbringen kann. „Lagern kann“, wie Albert korrekterweise sagen würde.