Nur ich nicht

Die Luft war etwas raus heute Abend. András musste sich ausruhen und ich wollte eigentlich mit Albert lesen, aber meine Stimme und das Husten liessen das nicht wirklich zu. Also musste ich etwas finden, was weniger Sprache beinhaltet und auch vom Bett aus möglich ist  – ausser Filme sehen, denn das sollte später noch kommen.

Ich erinnerte mich, eine kleine Überraschung in meine Jackentasche gepackt zu haben – als Reserve. Eine kleine Papptafel mit Sichtfenster auf der man Malen kann und hinterher das Gemalte durch Rausziehen der Malunterlage wieder löscht. Albert freute sich, war aber nicht extrem interessiert. Stattdessen fragte er, ob er denn jetzt noch mehr Geschenke bekommen könne. Ich verneinte und erklärte, dass die Sache so nicht funktioniert.

Er entwortete prompt so etwas wie „Ich will noch mehr Geschenke! Andere Kinder haben auch mehr Geschenke! Nur ich nicht!“

So. Noch so eine Überraschung. Wer ihm bloß diese Manövriererei beibringt! Ich beruhigte András in unserem Gespräch heute Abend, dass ihm sein Sohn ein ebenbürtiger Partner sein wird, wenn Albert, 15-jährig, ein paar Dinge mit seinem Vater zu „klären“ hat. Ein Glück! Er braucht sicht nicht vor Unterforderung zu fürchten! Ich vermutlich auch nicht….