Schreibschrift

Nach meinem letzten (verzweifelten) Eintrag sind nun schon 2.5 Wochen vergangen. Die dritte Schulwoche hat begonnen und so langsam haben wir uns an den neuen Rhythmus etwas gewöhnt. Was nicht heißt, dass jeder Morgen nicht mit einer ordentlichen Portion Ächzen und Meckern beginnt. Morgens aufstehen mit der Aussicht, in die Schule gehen zu müssen erfüllt jedenfalls keinen der Kinder mit sonderlich großer Freude. Emma hat sich wirklich gut an die Schule gewöhnt. Sie darf jetzt ihren Nucki mit zur Schule nehmen, gibt ihn aber dort bereitwillig ab (und braucht ihn dann auch wohl nicht mehr). Sie schläft meistens eine Stunde am Mittag und braucht das auch. Dafür darf sie dann ihren Nucki auch wieder haben. Windeln braucht sie überhaupt nicht mehr – nur in der Nacht und für große Geschäfte – aber die macht sie nicht in der Schule. Vor 2 Tagen (da war ich gerade in Deutschland) ist sie wohl mitten in der Nacht aufgewacht, hat gezappelt und war unruhig und hat dann, nach einer Weile, Papa verraten, daß sie Pipi machen muss. Sie macht ihre Sache echt gut! Wenn ich sie abhole, sitzt sie meist vergnügt neben den anderen wartenden Kindern auf der Bank und grinst mich schon durch die Scheibe an. In der Schule tut sie wohl so, als ob sie die Lehrer nicht verstehen würde – aber die meinten, daß das in keinster Weise ein Problem darstellt. Alles in allem hat man den Eindruck, dass sie in der Schule angekommen ist. Ich bin unglaublich erleichertert.

Albert hatte in den ersten 2 Wochen sehr damit zu kämpfen, dass er mit niemandem sprechen konnte. Aber in den letzten Tag ist er mutiger geworden und versucht öfter Dinge zu sagen. Die Lehrerin ist sehr zufrieden mit ihm. Es gibt eine Leseliste, in der immer von den Eltern eingetragen wird, wann die Kinder zuhause (laut) lesen. Für jeden Eintrag müssen die Kinder zwischen 5 und 10 Minuten lesen. Für jeden Eintrag der Eltern macht die Lehrerin dann einen Stempel in die Liste und am Ende gibt es einen Aufkleber. Albert ist sehr motiviert das Blatt zu füllen und liest freiwillig sehr viel. Meist auf Schwedisch. Er hat auch einen Freund gefunden in seiner Klasse, der letztes Jahr auch nach Belgien gezogen ist und die Sprache nicht konnte. Er kam am Samstag zu uns und spielte mit Albert. Das lief – nach Auskunft vom Papa – wohl sehr gut. Ich freue mich, dass er jemanden gefunden hat, mit dem er gut zurecht kommt. Denn am Anfang wirkte es schon teilweise wirklich trostlos, Albert alleine stehend oder spielend auf dem Schulhof anzutreffen. Sobald er die Sprache etwas mehr beherrscht, wird alles sicherlich viel einfacher. Er lernt nun auch Stück für Stück die Schreibschrift. Das ist erstaunlicherweise kein sehr großes Problem und die Lehrerin lässt ihn manchmal auch einfach alles mit Druckbuchstaben schreiben. Sie meinte allerdings, daß er sehr gut auch einfach das nachschreibt, was die anderen schreiben. Hier sind ein paar Fotos, die Albert bei seinen Hausaufgaben zeigen. Jede Woche bekommen alle ein Paket von 25 Worten, die sie dann schreiben müssen. Zwar wissen wir momentan noch nicht, was die Worte bedeuten, aber Albert hat schon echt gut gelernt, ein paar Buchstaben in Schreibschrift zu schreiben und diese auch zu verbinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert