Heute sind wir nach Gotland aufgebrochen. Ein kleiner gemeinsamer Urlaub für ein verlängertes Wochenende. Zu verdanken einem überaus günstigen Angebot für Schiffstickets plus Übernachtungen auf der Insel. Nach einer ewig erscheinenden, mehr als einstündigen Zugfahrt im sogenannten ‚Pendeltåg“, der uns vom Hauptbahnhof bis nach Nynäsham brachte, erreichten wir die Fähre. Unkompliziertes Check-in. Bloß langsam. Papa gab den großen Rucksack auf. Albert rannte schon voraus, ich in etwa 50 m Abstand hinter ihm. Einige vorbeipilgernden Passagiere schauten den kleinen Bengel belustigt an. Albert kommentierte dieses Verhalten mit einem sehr vehementen : „Ich mag nicht Leute anschauen mich! Dann bin ich ungeduldig (=wütend)!“
Die Überfahrt verlief ruhig. Das Mittagessen auch. Für András, weil Albert relativ viel Zeit in der Spielecke und im Kinderkino verbrachte, für mich, weil ich am vorderen Innendeck für ca. 2 Stunden fast ununterbrochen schlief. Angeblich sind die beiden Herren zwischendurch leise an mir vorbeigeschlichen. Und haben eine in Papa´s Winterjacke vermummte Gestalt gefunden, mit Kapuze über dem Kopf. Der Schlaf hatte mich eingeholt – der heftige Husten der letzten Tag hat mich trotz zwei Tagen Bettruhe nicht verlassen.
Albert wird seinen Husten nach über 2 Wochen nun langsam los, nun habe ich ihn und es sieht aus, als ob András jetzt auch noch erwischt wird. Vielleicht spielen wir in den nächsten Tagen das Stück „Krank in Gotland“. Das heisst natürlich, 2 kranke Eltern und ein superfittes Kind.
Mal sehen, vielleicht wirkt die Seeluft ja Wunder. Etwas besser als gestern geht es mir schon. Wenn wir Glück haben, wird András erst richtig erwischt, wenn ich schon durch das Gröbste durch bin. Dann kann er schlafen, während ich mit dem kleinen Ritter an der mittelalterlichen Burgmauer entlangspaliere und nach eventuellen Drachen Ausschau halte…