Der Daumen

Es geht ganz schnell. Albert will die Terassentür schließen. Emma fängt an zu schreien. András brüllt „Stop! Albert, stop!“.  Emma schreit lauter, Albert ist verschreckt, entschuldigt sich gleich zweimal hintereinander. Nein, Emma’s Daumen einklemmen, das wollte er nun wirklich nicht. Sie hatte ihre Hand in dem Ritz an der Scharnierseite der Tür und den Daumen hatte es erwischt, der wurde heftig gequetscht. Emma’s Daumenspitze ist dunkel an der Innenseite, schwillt an, sie brüllt und berühren darf man den Daumen auf keinen Fall. Kühlen ist nicht möglich. Was nun? Erst einmal beruhigen, Mama’s Schoß und Nucki. Wir ziehen Emma an, András ruft im Krankenhaus an und fragt, ob es gut wäre, vorbeizukommen. Die Frau am Telefon meint, er solle ruhig kommen. Er schwingt sich auf’s Fahrrad und fährt mit Emma durch den strömenden Regen zum Krankenhaus.

Kein Bruch, aber der Arzt meinte, es sei gut gewesen, daß sie da gewesen waren, denn bei inneren Verletzungen an den Fingern kann es schnell zu Entzündungen kommen, die sich dann auf der Hand ausbreiten können. Außerdem kann man meist selbst nicht feststellen, ob evtl. ein Muskel abgeklemmt wurde. Weil die Kinder unter Schock stehen ist es meist auch nicht so aussagekräftig, sie zu bitten, die Finger zu bewegen. Also war der Besuch im Krankenhaus eine gute Maßnahme.

Die Wartezeit war kurz, das Personal nett und kompetent. Emma war wohl etwas verschreckt, als der Arzt kam, aber letztendlich bekam sie keine Spritze sondern ein Schmerzmittel mit nach Hause, das nach Erdbeeren schmeckt. Außerdem bekam sie eine Plastikspritze geschenkt, weil sie so gut mitgemacht hat. Wie man sieht, ist sie darauf sehr stolz..

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