Ich bin jetzt 5 Wochen alt, 3860 g schwer und 56, 6 cm lang!
Tag: 1. Oktober 2009
Papa albert mit Albert rum
Morgenmutter
Es ist 9:53. Die Sonne scheint durch die milchigen Scheiben des Arbeitszimmerfensters. Draussen werden die bereits herbstlich anmutenden Bäume sacht im Morgenlüftchen hin und her gewogen. Drinnen reckt und streckt sich Albert in seiner Babyschale, von deren Henkel ein rot-weißer Tassenuntersetzer aus Filz baumelt. Was der dort macht? Habe ich vor 10 Minuten dort befestigt, weil ich meinte, ich könne damit meinen Sohn etwas beschäftigen. Er hat seinen Blick kurz darüber streifen lassen und dann Knatter- und Quietschgeräusche von sich gegeben. Ich sitze mit verfilzten Haaren (passend zum Untersetzer) und auch ansonsten im Badezimmerreifen Zustand neben ihm und frage mich, ob sein Zungenschlecken bedeutet, dass er noch etwas Trinken möchte oder ob er eigentlich nur an seinem Nuckel saugen will. Eine Antwort auf diese Frage habe ich bislang noch nicht gefunden. Allerdings bin ich leicht besorgt, dass er bei weiterer Nahrungszufuhr erneut seinen Mageninhalt aus dem falschen Ausgang und auf die frisch angezogene Kleidung befördert. Kunststücke dieser und anderer Art sind keine Seltenheit. Im Gegenteil. Erst vor einer halben Stunde hat er bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, einen guten Moment ohne Windel abzupassen um sich dann eifrig damit zu beschäftigen, seine Wickelunterlage zu begiessen. Könnte ja austrocknen, die Unterlage. Und solch eine Katastrophe ist er freilich bestrebt zu vermeiden!
Es ist 10:03. Es ruft mich die Milchpumpe. Und der Kühlschrank. Und das Badezimmer. Und die Waschmaschine. Albert allerdings ruft mich nicht. Er ist selig eingeschlafen. Der Nuckel noch zu einem Drittel in seinem Mund. Regungslos hängt der Elchuntersetzer vom Henkel der Babyschale herab. Als ob er ebenfalls eingeschlummert wäre.