Dieser Beitrag ist nicht zu lesen vor Mahlzeiten, nach Mahlzeiten oder gar zwischen Mahlzeiten. Genauer gesagt, es lohnt sich eigentlich gar nicht zu lesen. Aber wider des Vergessens muessen die Ereignisse der vergangenen 90 Minuten doch festgehalten werden.
Das Abendessen nähert sich dem Ende. Bruscettta. Es war gut, wirklich gut. Wie immer dieser Tage hält es Emma weder auf ihrem Stuhl, noch freilaufend in der Kueche noch auf dem Schoss ihrer Eltern sehr lange aus. Deshalb atmen wir kurz auf, als wir sie – nachdem Albert noch einmal in sein Zimmer spielen gegangen ist – ruhig im Wohnzimmer lesen wissen. Lesen ist eine der besten Selbstbeschäftigungen, bei der sie durchaus 5-10 Minuten alleine im Zimmer zubringen kann.
Neben dem Lesen hört man verdächtig angestrengte Geräusche. Gut. Das Abendgeschäft. In 3 Minuten gehe ich und erledige das. Einige Minuten später ist Emma zimmerfluechtig geworden. Aber wo ist sie?
Sie sitzt bei Albert vor dem Bett, vor sich den Koffer mit den Holzspielsachen, in der Hand das Spiegelei (aus Holz, versteht sich). Ein eigenartig brenzlicher Geruch durchzieht die Luft. Das wird doch nicht…? Aus der Ahnung wird die Tatsache. Das Kleid geziert von einem monströsen braunen Fleck an den 4 Buchstaben. Ich stelle sehr schnell einen Antrag auf Hilfestellung beim Papa und bewege die Fluechtige Richtung Badezimmer. Der Boden (samst Teppich) in Albert´s Zimmer blieb unversehrt. Welch Glueck! Bis ich einen fluechtigen Blick ins Wohnzimmer werfe. Verheerend. Das Sofa war gerade heute in der ausgezogenen Position geblieben, da ich dort fuer ein Mittagsschläfchen Station machte. Das war jedoch – hinsichtlich der Umstände – ein Kardinalfehler. Ein Windelunfall und ein weisses Sofa. DAS ist KEINE gute Kombination. Man wuerde jetzt doch lieber Schokoladenflecken in Kauf nehmen.
Nach Desinfektionsmittel, Kernseife, Mengen an heissem Wasser und beidseitigem elterlichen Einsatz ist die Anlage – und weitestgehend der Sofabezug – gerettet. Emma auch. Sie allerdings ohne Desinfektionsmittel und Kernseife. Auch eher mit warmem Wasser. Morgen frueh ist zum Glueck ohnehin die Waschkueche gebucht und wieder einmal bin ich IKEA extrem dankbar fuer den waschbaren Bezug.
Fazit: 3 Minuten zu spät ergibt ca 1 Stunde (oder mehr) Arbeit. Lohnt sich nicht. Fuer das nächste Mal wuenschen wir uns Schokolade (wie gut, dass es weisse Schokolade gibt…).