Das Kleid

Es war einmal eine ambitionierte Mama, die zum Geburtstag einen Gutschein von Freundinnen für einen Stoffladen bekam.Die Freundinnen hatten gut zugehört als die Mama erzählt hatte, dass sie doch eigentlich sehr gerne ein Kleid für ihre Tochter nähen würde. Prompt kam der Gutschein für einen Stoffladen. Die Mama hat sich dusselig gefreut und tatsächlich ein Kleid genäht.

Ta-da! Hier ist nun das Kleid. Ein Schürzenkleid, wo eigentlich eine kurze Hose dazugehören sollte. Leider ist es vom Schnitt nicht wirklich für Emma gemacht, es ist etwas zu weit. Aber da wird sie noch reinwachsen und ich werde es ihr im Winter einfach über einen Body ziehen, sozusagen als „Bluse“.
So zumindest der Plan…  :-).

 

Die Zuckertüte

Schweden ist ein armes Land. Zumindest wenn es um Zeremonien zum Schulanfang geht. Hier geht eben einfach mal die Schule los. Es gibt zwar eine Ansprache der Direktorin auf dem Schulhof aber von einer Feier kann keine Rede sein.

Wie gut, dass es da eine Oma und einen Opa in Deutschland gibt, die dafür sorgen, dass Albert nicht ohne ein prächtiges Stück deutscher Kultur gross wird: die Zuckertüte! Da kamen die Wikinger in Spitzenformat angeschippert und brachten gleich noch eine kleine Tüte für die kleine Schwester mit!

Nach mysteriöser Verspätung seitens der schwedischen Post kam das grosse Schulpaket am 29. August bei uns an und ein paar Tage später (zwecks Kindergeburtstag) haben wir dann den Schulanfang nachgefeiert, zusammen mit meinem Wiederbeginn auf der Arbeit (den ich am liebsten nicht gehabt hätte).

Vielen Dank, Oma und Opa! Auch für die Tüte für Emma!

 

 

Die Weltraum-Party

Die Geburtstagsfeier. Lang und innig erwartet. Viel zu kurz war sie, meint Albert. 2 Stunden und ein bisschen. Lang ist das wirklich nicht. Aber ausreichend war es trotzdem. Zumindest fuer die Eltern ;-)!  3 Freunde von Albert und 2 Geschwisterkinder waren da und es ging – besonders mit den 3 Freunden – hoch her. Meine Spielevorbereitungen waren nicht zu umfangreich gewesen. Und wie sich herausstellte, war das auch ok so. Denn die Herren waren so aufgedreht, dass mit ihnen nicht so viel anzufangen war. Rumrennen und Klettern auf dem Spielplatz vor dem Haus waren dann die besten Spielideen.

Die Rakete aus Pappe, die in Alberts Zimmer steht (in etwas lädiertem Zustand) war zwar kein grosses Spielobjekt, aber mir hat es Spass gemacht, sie zu bauen. An Herausforderungen hatte es dabei auch nicht unbedingt gefehlt.

Die Raketentorte fuer die Kinder war denkbar einfach gemacht mit einer fertigen Teigrolle, Smarties, Reiswaffeln und ein paar Kerzen. Das war auch gut so, denn meist lohnt sich kein grosser Aufwand, da vor lauter Aufregung sowieso kaum ein Kind etwas isst. Idealerweise wuerde ich natuerlich liebend gerne eine Tortenauswahl von mindestens 3 Stueck zaubern, aber im Spiegel der Wirklichkeit mit einer 10-monatigen jungen Dame im Haus ist das eher jenseits von Gut und Böse.

Albert war sehr happy mit seinen Geschenken und auch, dass seine Freunde da waren (sein bester Freund aus Uppsala, ein Freund aus dem Kindergarten in Stockholm und ein neuer Freund hier aus der Schule).

Hier ein paar Bilder…mit Emma auf dem Arm lässt es sich weniger gut fotografieren…

 

Ausgedrueckt oder der Unfall mit dem Sofa

Dieser Beitrag ist nicht zu lesen vor Mahlzeiten, nach Mahlzeiten oder gar zwischen Mahlzeiten. Genauer gesagt, es lohnt sich eigentlich gar nicht zu lesen. Aber wider des Vergessens muessen die Ereignisse der vergangenen 90 Minuten doch festgehalten werden.

Das Abendessen nähert sich dem Ende. Bruscettta. Es war gut, wirklich gut. Wie immer dieser Tage hält es Emma weder auf ihrem Stuhl, noch freilaufend in der Kueche noch auf dem Schoss ihrer Eltern sehr lange aus. Deshalb atmen wir kurz auf, als wir sie – nachdem Albert noch einmal in sein Zimmer spielen gegangen ist – ruhig im Wohnzimmer lesen wissen. Lesen ist eine der besten Selbstbeschäftigungen, bei der sie durchaus 5-10 Minuten alleine im Zimmer zubringen kann.

Neben dem Lesen hört man verdächtig angestrengte Geräusche. Gut. Das Abendgeschäft. In 3 Minuten gehe ich und erledige das. Einige Minuten später ist Emma zimmerfluechtig geworden. Aber wo ist sie?

Sie sitzt bei Albert vor dem Bett, vor sich den Koffer mit den Holzspielsachen, in der Hand das Spiegelei (aus Holz, versteht sich). Ein eigenartig brenzlicher Geruch durchzieht die Luft. Das wird doch nicht…? Aus der Ahnung wird die Tatsache. Das Kleid geziert von einem monströsen braunen Fleck an den 4 Buchstaben. Ich stelle sehr schnell einen Antrag auf Hilfestellung beim Papa und bewege die Fluechtige Richtung Badezimmer. Der Boden (samst Teppich) in Albert´s Zimmer blieb unversehrt. Welch Glueck! Bis ich einen fluechtigen Blick ins Wohnzimmer werfe. Verheerend. Das Sofa war gerade heute in der ausgezogenen Position geblieben, da ich dort fuer ein Mittagsschläfchen Station machte. Das war jedoch – hinsichtlich der Umstände – ein Kardinalfehler. Ein Windelunfall und ein weisses Sofa. DAS ist KEINE gute Kombination. Man wuerde jetzt doch lieber Schokoladenflecken in Kauf nehmen.

Nach Desinfektionsmittel, Kernseife, Mengen an heissem Wasser und beidseitigem elterlichen Einsatz ist die Anlage – und weitestgehend der Sofabezug – gerettet. Emma auch. Sie allerdings ohne Desinfektionsmittel und Kernseife. Auch eher mit warmem Wasser. Morgen frueh ist zum Glueck ohnehin die Waschkueche gebucht und wieder einmal bin ich IKEA extrem dankbar fuer den waschbaren Bezug.

Fazit: 3 Minuten zu spät ergibt ca 1 Stunde (oder mehr) Arbeit. Lohnt sich nicht. Fuer das nächste Mal wuenschen wir uns Schokolade (wie gut, dass es weisse Schokolade gibt…).