10 Monate und Fort-geschritten

Seit ungefähr 3 Wochen ist Emma intensiv am Explorieren auf zwei Beinen. Es ist erstaunlich, mit welchem Tempo sie sich bereits fortbewegt. Das Aufstehen aus der Hocke ohne Abstützen mit den Händen ist eine Selbstverständlichkeit. Und nun fängt sie an, auch im Stehen an zu Tanzen (wippend in die Knie gehen zur Musik)!

Sie versteht die offene Hand als „Bitte gib mir etwas“-Geste und dreht prompt meine Hand um, wenn ich ihr (zum Test) fälschlicherweise meinen Handrücken statt meiner Handfläche anbiete für das Ablegen von dem, was sie mir da geben will.

Die Sache mit dem Schlafen und Essen geht mal gut, mal schlecht und gerade geht beides eher schlecht. Wir warten sehentlich auf das Durcbbrechen von Zahnkandidaten (Nr 7 und 8, unten ansässig) und hoffen, dass es dann etwas besser wird. Im Stuhl beim Essen sitzenbleiben gehört nicht zu ihren Stärken und sie zappelt nach einigen Minuten wie ein Fisch im Netz und will unbedingt raus. Auf dem elterlichen Schoss kann es dann schonmal besser gehen, allerdings macht sie dort eine Riesensauerei wenn sie beim Essen dort sitzenbleibt…das ist also auch nicht wirklich eine Lösung.

Emma liebt es, wenn sich zwei Kuscheltiere „unterhalten“. Ebenso liebt sie es, die kleinen Legoteile von Albert im Mund hin- und herzubewegen. Dafür haben wir allerdings noch erstaunlich wenig davon in ihrer Windel gefunden (gar keines, eigentlich). Mittlerweile versteht sie aber auch, wenn ihr von ihr verlange, dass sie das, was sie da im Mund hat, mal bitte rausbewegen soll.

Sie rennt quietschen davon, wenn man sie spielerisch fangen will und liebt es, sich auf Kissen zu schmeissen oder gar bei der Kissenschlacht miteinbezogen zu werden. Gott sei Dank ist sie nicht sehr empfindlich was das angeht und das ein oder andere Kissen empfängt sie herzhaft lachend auf ihrer Nase.

Was sie gar nicht mag ist, dass Alberts Tür ständig vor ihr zugeht und sie sich davor wiederfindet. Alle Schätze und alles interessante befindet sich auf der anderen Seite der Tür und sie muss draussenbleiben. Das ist schon eine wirkliche Tragödie!

Sehr gross im Rennen ist das Bobbycar von Albert. Schwarz. Breit. Stark. Fulda. Da schafft sie es jetzt schon, alleine draufzuklettern und sich rückwärts zu schieben. Klettern ist ohnehin eine wunderbare Sache. Wie gut, dass sie gelernt hat, dass man von Dingen eher rückwärts oder seitlich wieder runterklettert (wie z.B. von dem ausgezogenen Sofa auf den Boden).

Sie findet und zeigt auf die grosse schwarze Katze auf dem Bild im Wohnzimmer, wenn man sie fragt, wo die Katze ist. Und als ich ein Video von ihr gedreht habe, wo ich sie nach der Katze frage, hat sie hinterher, beim Video anschauen, prompt auf das Katzenbild im Hintergrund im Film gezeigt….Überhaupt war das sehr spannend, den Film zu sehen. Das musste gleich mehrmals wiederholt werden, sonst gab es Ärger von Emma.

Emma ist erstaunlich sensibel gegenüber Lob. Klatsch man und sagt „Prima!“ wenn sie etwas wirklich gut gemacht hat, dann setzt sie so ein Lachen auf ihr Gesicht, als hätte man ihr einen Lottogewinn verkündet! Sie scheint auch durchaus zu geniessen, wenn sie fotografiert wird und möchte hinterher erstaunlich oft auf das Display der Kamera gucken…

Bestimmt gibt es noch viel mehr zu berichten, aber so langsam fallen mir die Augen zu.

Kurz und knapp, 10 Monate Emma bedeutet immer wieder Begeisterung, Staunen und jede Menge Überraschungen! Weiter so, Lilla My!

 

 

Das Kleid

Es war einmal eine ambitionierte Mama, die zum Geburtstag einen Gutschein von Freundinnen für einen Stoffladen bekam.Die Freundinnen hatten gut zugehört als die Mama erzählt hatte, dass sie doch eigentlich sehr gerne ein Kleid für ihre Tochter nähen würde. Prompt kam der Gutschein für einen Stoffladen. Die Mama hat sich dusselig gefreut und tatsächlich ein Kleid genäht.

Ta-da! Hier ist nun das Kleid. Ein Schürzenkleid, wo eigentlich eine kurze Hose dazugehören sollte. Leider ist es vom Schnitt nicht wirklich für Emma gemacht, es ist etwas zu weit. Aber da wird sie noch reinwachsen und ich werde es ihr im Winter einfach über einen Body ziehen, sozusagen als „Bluse“.
So zumindest der Plan…  :-).

 

Die Zuckertüte

Schweden ist ein armes Land. Zumindest wenn es um Zeremonien zum Schulanfang geht. Hier geht eben einfach mal die Schule los. Es gibt zwar eine Ansprache der Direktorin auf dem Schulhof aber von einer Feier kann keine Rede sein.

Wie gut, dass es da eine Oma und einen Opa in Deutschland gibt, die dafür sorgen, dass Albert nicht ohne ein prächtiges Stück deutscher Kultur gross wird: die Zuckertüte! Da kamen die Wikinger in Spitzenformat angeschippert und brachten gleich noch eine kleine Tüte für die kleine Schwester mit!

Nach mysteriöser Verspätung seitens der schwedischen Post kam das grosse Schulpaket am 29. August bei uns an und ein paar Tage später (zwecks Kindergeburtstag) haben wir dann den Schulanfang nachgefeiert, zusammen mit meinem Wiederbeginn auf der Arbeit (den ich am liebsten nicht gehabt hätte).

Vielen Dank, Oma und Opa! Auch für die Tüte für Emma!

 

 

Die Weltraum-Party

Die Geburtstagsfeier. Lang und innig erwartet. Viel zu kurz war sie, meint Albert. 2 Stunden und ein bisschen. Lang ist das wirklich nicht. Aber ausreichend war es trotzdem. Zumindest fuer die Eltern ;-)!  3 Freunde von Albert und 2 Geschwisterkinder waren da und es ging – besonders mit den 3 Freunden – hoch her. Meine Spielevorbereitungen waren nicht zu umfangreich gewesen. Und wie sich herausstellte, war das auch ok so. Denn die Herren waren so aufgedreht, dass mit ihnen nicht so viel anzufangen war. Rumrennen und Klettern auf dem Spielplatz vor dem Haus waren dann die besten Spielideen.

Die Rakete aus Pappe, die in Alberts Zimmer steht (in etwas lädiertem Zustand) war zwar kein grosses Spielobjekt, aber mir hat es Spass gemacht, sie zu bauen. An Herausforderungen hatte es dabei auch nicht unbedingt gefehlt.

Die Raketentorte fuer die Kinder war denkbar einfach gemacht mit einer fertigen Teigrolle, Smarties, Reiswaffeln und ein paar Kerzen. Das war auch gut so, denn meist lohnt sich kein grosser Aufwand, da vor lauter Aufregung sowieso kaum ein Kind etwas isst. Idealerweise wuerde ich natuerlich liebend gerne eine Tortenauswahl von mindestens 3 Stueck zaubern, aber im Spiegel der Wirklichkeit mit einer 10-monatigen jungen Dame im Haus ist das eher jenseits von Gut und Böse.

Albert war sehr happy mit seinen Geschenken und auch, dass seine Freunde da waren (sein bester Freund aus Uppsala, ein Freund aus dem Kindergarten in Stockholm und ein neuer Freund hier aus der Schule).

Hier ein paar Bilder…mit Emma auf dem Arm lässt es sich weniger gut fotografieren…

 

Ausgedrueckt oder der Unfall mit dem Sofa

Dieser Beitrag ist nicht zu lesen vor Mahlzeiten, nach Mahlzeiten oder gar zwischen Mahlzeiten. Genauer gesagt, es lohnt sich eigentlich gar nicht zu lesen. Aber wider des Vergessens muessen die Ereignisse der vergangenen 90 Minuten doch festgehalten werden.

Das Abendessen nähert sich dem Ende. Bruscettta. Es war gut, wirklich gut. Wie immer dieser Tage hält es Emma weder auf ihrem Stuhl, noch freilaufend in der Kueche noch auf dem Schoss ihrer Eltern sehr lange aus. Deshalb atmen wir kurz auf, als wir sie – nachdem Albert noch einmal in sein Zimmer spielen gegangen ist – ruhig im Wohnzimmer lesen wissen. Lesen ist eine der besten Selbstbeschäftigungen, bei der sie durchaus 5-10 Minuten alleine im Zimmer zubringen kann.

Neben dem Lesen hört man verdächtig angestrengte Geräusche. Gut. Das Abendgeschäft. In 3 Minuten gehe ich und erledige das. Einige Minuten später ist Emma zimmerfluechtig geworden. Aber wo ist sie?

Sie sitzt bei Albert vor dem Bett, vor sich den Koffer mit den Holzspielsachen, in der Hand das Spiegelei (aus Holz, versteht sich). Ein eigenartig brenzlicher Geruch durchzieht die Luft. Das wird doch nicht…? Aus der Ahnung wird die Tatsache. Das Kleid geziert von einem monströsen braunen Fleck an den 4 Buchstaben. Ich stelle sehr schnell einen Antrag auf Hilfestellung beim Papa und bewege die Fluechtige Richtung Badezimmer. Der Boden (samst Teppich) in Albert´s Zimmer blieb unversehrt. Welch Glueck! Bis ich einen fluechtigen Blick ins Wohnzimmer werfe. Verheerend. Das Sofa war gerade heute in der ausgezogenen Position geblieben, da ich dort fuer ein Mittagsschläfchen Station machte. Das war jedoch – hinsichtlich der Umstände – ein Kardinalfehler. Ein Windelunfall und ein weisses Sofa. DAS ist KEINE gute Kombination. Man wuerde jetzt doch lieber Schokoladenflecken in Kauf nehmen.

Nach Desinfektionsmittel, Kernseife, Mengen an heissem Wasser und beidseitigem elterlichen Einsatz ist die Anlage – und weitestgehend der Sofabezug – gerettet. Emma auch. Sie allerdings ohne Desinfektionsmittel und Kernseife. Auch eher mit warmem Wasser. Morgen frueh ist zum Glueck ohnehin die Waschkueche gebucht und wieder einmal bin ich IKEA extrem dankbar fuer den waschbaren Bezug.

Fazit: 3 Minuten zu spät ergibt ca 1 Stunde (oder mehr) Arbeit. Lohnt sich nicht. Fuer das nächste Mal wuenschen wir uns Schokolade (wie gut, dass es weisse Schokolade gibt…).