Roma, Tag 32

Ich glaube, ich habe heute gegen das 11. Gebot verstossen: „Du sollst die Haare deines Kindes nicht verstuemmeln.“  Ich habe es ja schon vorher gewusst. Er hält nicht still. Ich habe alles mögliche probiert: in der Badewanne, beim Zugvideo anschauschen, beim Spielen am Waschbecken, beim Milchtrinken (im Liegen). Schlafend ist Albert nicht beim Haareschneiden zu gebrauchen, da habe ich auch bereits Erfahrung, er wacht auf oder dreht sich rum beim Schneiden. Ausserdem ist das Haareschneiden wenn er liegt auch nicht gerade optimal. Die vergangenen Versuche waren nicht glorreich, aber die Ergebnisse waren ja noch zu entschuldigen. Das ist jetzt vorbei. Er sieht aus wie ein Dominikanermönch der einen Unfall mit einem Rasenmäher gehabt hat. Oder der beim Haareschneiden mit einem Topf versehen wurde. Und der Rand des Topfes hatte Fransen.

Kurz und knapp: es ist eine unglaubliche Blamage. An den Schläfen zu kurz und abgefressen, hinten zu lang, der Pony sieht aus wie eine Achterbahn. Und all das nach ewigen Bemuehungen, dem Kind nicht das Ohr abzuschneiden, ihn nicht vom dem Stuhl am Waschbecken runterfallen zu lassen, unvorhergesehe Drehungen und Schuetteln einzuplanen, Scheere-weggeschiebe ohne Fingerverluste zu ueberstehen….und…was ist dabei rausgekommen? Ein verunstaltetes Kind. Papa war es heute peinlich, mit ihm unterwegs zu sein. Deswegen blieb die Muetze auch schön auf dem Kopf. Mit der Suche nach einem Kinderfriseur hatten wir bislang kein Glueck. Und er konnte ja schon nicht mehr aus den Augen gucken vor lauter Haare. Daher mein waghalsiger und völlig schiefgelaufender Versuch. Naja. Noch ist Muetzenwetter.

Translation: To make a long story short, I tried to cut Albert’s hair – out of desparation (no child hairdresser and hair hanging into his eyes). Turned out a disaster. He now appears as a monch who had an accident with the lawn mower. I spare you the details of what I tried to cut the hair. It did not matter. He moves, he wants to have the scissors, he shakes his head, he wants to run away. Daddy feels uncomfortable being among people with him now. I hope the temperature is going to be low enough for wearing a hat for some more days….