Ode an die Ordnung

Heute wurde ich mindestens zweimal aus demselben Grund verbluefft: Albert ist von einer Muse gekuesst worden. Ordnung ihr Name. Wie das genau geschah kann ich mir nicht erklären, aber die ersten Anzeichen deren Auswirkung ist mir sehr wohl aufgefallen.

Hier ein Beispiel. Albert holt Töpfe und Deckel aus dem Schrank und beginnt mit einer klanglichen Improvisation, auf die jeder Jazzschlagzeuger neidisch wäre. Ich begebe mich aus dem Zimmer, Richtung Terasse. Albert unterbricht die musikalischen Erguesse und folgt mir. Ich erkläre ihm, dass ich jetzt zum Ofen unseres beheizbaren Planschzubers gehe und frage ihn, ob er mich mit seiner Gegenwart beehrt.

Er stimmt zu und geht zu meiner Ueberraschung zurueck in die Kueche. Durch das Fenster sehe ich von draussen, wie er den Kuechenschrank öffnet, die Bestandteile des Jazzkonzertes hineinlegt und die Schranktuer zumacht (und noch einmal öffnet um das Arrangement zu ändern, da die Tuer nicht zuging).

Man kann schon sagen, dass ich nicht schlecht gestaunt habe. Da stand ich da, wie ein verdutzter Fenstergucker und konnte gar nicht glauben, dass mein Sohn unaufgefordert seine Sachen wegräumt. Es gab noch eine weitere ähnliche Situation heute, die einen blossen Zufall quasi ausschliesst.

Nun hoffe ich insgeheim, dass die Muse einen Kuss mit Langzeitwirkung angewendet hat. Das wäre nicht gerade unpraktisch!

Eis zum Fruehstueck

Der neue IKEA-Eismacher ist ein wahres Wunderwerk. Man nehme zwei reife Pfirsiche, pueriere sie and fuelle die Masse in die Eisförmchen. Stiel rein – das macht Albert. Gefriertuer auf, Schublade raus – das macht Albert. Eis rein – macht Mama. Tuer zu (Albert).

Nun verbleibt nur noch die durchaus komplizierte Aufgabe, einem knapp zweijährigen Kind klarzumachen, dass das Eis da zwar drin ist, dort aber auch drin bleiben soll. Weil es ja eben erst Eis in der Zukunft, nicht aber in der Gegenwart sei. Ich bin mir nicht sicher, welcher Bruchteil dieser etwas anstrengenden Ueberlegung bei Albert wirklich angekommen ist.

Jedenfalls wurde noch einige Male der Versuch unternommen, den Tiefkuehlschrank zu öffnen. Am nächsten Morgen dann bewegte sich Herr Albert Aurelius Handl ziemlich zielstrebig auf denselben zu. Und was dann geschah, ist hier fotografisch dokumentiert.