Eigentlich muesste ich längst im Bett sein, aber das Ausfuellen der Formulare fuer die Tagesstätte, das Aufbuegeln der Namensschildchen, das Packen der benötigten Wechselkleidung und dieses und jenes haben die Zeit zu schnell verstreichen lassen.
Heute fand ich unter vielen anderen Zetteln einen kleinen Papierschnipsel: A 39, 11:01 Uhr, 26.08.2009. St. Elisabeth Krankenhaus Leipzig. Das war, als ich mit Wehen und geplatzter Fruchtblase im Krankenhaus ankam. Der Tag, an dem Albert geboren wurde.
Während der Wehen habe ich immer wieder ein Lied von Katie Melua gehört und mir ist der Text noch im Kopf: „Piece by piece, is how I let go of you…“. Es geht um das stueckchenweise Loslassen. Fuer mich hiess das: mit jeder Wehe ein wenig mehr.
Morgen kommt wieder so eine Wehe. Das ist der erste Tag in der Kindertagesstätte. Nicht, das hier jemand glaubt, das wäre alles nur „weh“. Nein, fuer Albert wird das mit Sicherheit eine grossartige Angelegenheit – so bald er sich dort völlig eingelebt hat. Wir haben ein wenig mehr Freiraum und können uns freuen, dass nun andere Leute ebenfalls dazu beitragen, Albert’s Energie grosszuegig zu „verpulvern“.
Fuer mich ist es dennoch ein eigenartiger Tag. Ein wenig mehr weg von dem was war und etwas mehr hin zu dem, was kommt. Eigentlich gibt es wenig Worte fuer dieses kruemelige Gefuehl im Bauch. Auf jeden Fall will ich aber nicht versäumen, es erwähnt zu haben. Denn wieder ist dies ein „erstes Mal“ im Leben von Albert UND seinen Eltern.
Vor knapp zwei Jahren hatte ich kaum eine Vorstellung davon, wie unser Kind wohl aussehen und wie es wohl sein wuerde. Naja, sagen wir, dass er kein stilles Mauerbluemchen werde wuerde habe ich dann doch anhand des ständigen Zirkus im Bauch geahnt. Nun habe ich keine Ahnung wie es sein wird ein Kind zu haben, dass jeden Wochentag seine eigenen Abenteuer erlebt und uns am Gartenzaun zuwinkt bevor wir auf die Arbeit fahren.
Wieder ein Neubeginn. Und auch ein bisschen „Weh“.